Vereins - Chronik

Zwei Jahre, nachdem Pfarrer A. Berger im Gasthof "Zur Traube" in Günzburg 1917 den Landesverband der Bayerischen Krippenfreunde ins Leben gerufen hatte, trafen sich im Dezember 1919 in Altötting 16 Bürger, um einen eigenen Ortsverband zu gründen, nämlich die

Ortsgruppe Alt- und Neuötting des Vereins "Bayerischer Krippenfreunde" gegründet 21. Dezember 1919.

Es wurde ein Ausschuß gewählt, welcher aus einem Ortsobmann, einem Schriftführer, einem Kassier und fünf Beisitzern bestand. Folgende Mitglieder gehörten dem Ausschuß an:

Ortsobmann: Franz Xaver Leitl/Altötting, Schriftführer: Martin Braun/Neuötting, Kassier: Hubert Haider/Altötting, Beisitzer: Alfons Trenker, Ludwig Obermeier, Johann Ziegler (alle Altötting) sowie Karl Eppeneder und Hans Pöllarth aus Neuötting.

Ein Jahr später zählte der Verein bereits 37 Mitglieder. Alfons Trenker leitete fünf Krippenbaukurse. Vier der in diesen Kursen entstandenen Krippenberge wurden verkauft. Dies brachte der Vereinskasse 120 Mark ein, von denen allerdings 30 Mark an die Hauptkasse abgeführt werden mussten.

Alfons Trenker war es auch, der 1921 dem Verein eine heimatlich gehaltene Krippe schenkte. Allerdings machte er zur Auflage, daß "falls sich der 'Verein Bayerischer Krippenfreunde' einmal auflösen sollte (bzw. die Ortsgruppe) der ganze Bestand der Krippe und alles, was dazugehört, in den Besitz der Marianischen Männer- und Jünglingskongregation unentgeltlich als alleinige Eigentümerin übergeht, um dieselbe für Altötting zu erhalten".

Bei der Weihnachtsfeier 1921 wurde erstmals Theater gespielt. Unter der Leitung von Lehrer Vogel führten 70 Schulkinder das "Altdeutsche Weihnachtsspiel" von Georg Rudolf Fritz auf.

1924 war Johann Ziegler Ortsobmann, und in der Versammlung am 26. 7. wurde Herr J. Zimmermann zum Schriftführer bestellt, da Herr M. Braun sein Amt grob vernachlässigt hatte.

Hauptpunkt der Versammlung am 24.10.1924 war der "Zwist" zwischen der vor kurzem gegründeten "Ortsgruppe Neuötting" und unserer Ortsgruppe, bei der allerdings der als "Quertreiber" bezeichnete Neuöttinger Obmann Schneidermeister Fröschl nicht anwesend war

Dabei kam es "nach öfters sehr lebhafter Aussprache zu dem Beschluß, Neuötting wie jede andere Ortsgruppe zu der Feier (Landestagung) einzuladen und sich auf keine weiteren Stänkereien einzulassen".

Die Hauptversammlung der "Bayerischen Krippenfreunde" fand in der Weihnachtswoche statt. Der "Krippenfreund" schreibt darüber in seiner Nummer 37: "Man muß es Ihnen lassen: die Altöttinger verstehen es, Gäste zu empfangen und Feste zu feiern. Wenn man vor der Tagung beim Anblick der großen Plakate mit der Festordnung versucht war, zu glauben, die Altöttinger Ortsgruppe habe sich vielleicht doch etwas zviel zugetraut, wurde beim Besuch der Generalversammlung angenehm enttäuscht".

Bei der Generalversammlung wurde eine völlige Umarbeitung der Satzung beantragt, was dann auch innerhalb von 2 Stunden (!) erledigt werden konnte. Außerdem löste Prälat Dr. Hartig Pfarrer Burger als Verbandsvorsitzenden ab, welcher Ehrenvorsitzender wurde. Natürlich fand gleichzeitig auch eine große Krippenausstellung im Kongregationssaal statt, worüber die örtliche Presse am 12.12. schrieb: "...daß die reichhaltige Krippenschau an allen historischen Werken weniger zeigt, obwohl auch Schaustücke aus alter Zeit von großem Kunstwerk aus alter Zeit zu sehen sind, als vielmehr Neuschöpfungen der letzten Jahre heimischer Krippenpflege... Wie groß der Andrang der Ausstellung beim Publikum ist, das bezeugt die Tatsache, daß sie am gestrigen Eröffnungstag allein 780 Personen besucht haben.".

Am 29. März 1925 konnten die Krippenfreunde erstmals ihre Hauptversammlung im Vereinsheim "Bethlehem" abhalten. Wegen der stark gestiegenen Mitgliederzahl wurde der Ausschuß um zwei Damen (Frl. E. Hofer und Fr. B. Merk) erweitert. Auch wurde wieder eine Krippenausstellung veranstaltet, bei der erstmals die vom Verein neu erworbene, figurenreiche Krippe aus Winhöring ausgestellt wurde.

Im Oktober 1926 wurde von der Vorstandschaft beschlossen, daß die Winhöringer Krippe (von Herrn Sigrüner) in der St. Michaelskirche untergebracht werden sollte.

Bei den Neuwahlen 1927 wurde Herr Ziegler als Obmann bestätigt. Schriftführer wurde Herr Hans Dobler jun., nachdem Herr Zimmermann aus der Ortsgruppe ausgetreten war. Kassier wurde Herr Leitl. Im Dezember fand wieder eine Krippenausstellung statt, zu deren Abschluß im Hubersaal ein großes Krippenspiel aufgeführt wurde. In den Jahren 1931/32 wurden die Krippenausstellungen bereits im September aufgebaut, um den vielen Wallfahrern die Altöttinger Krippenbewegung näher zu bringen, was sich als großer Erfolg erwies.

Bei der Hauptversammlung im Oktober 1938 legte Johann Ziegler die Vorstandschaft nieder. Er starb am 12. 2.1939. Sein Nachfolger wurde der Mesner Alois Meilhammer.

Am 4. Adentssonntag 1955 veranlaßte die Ortsgruppe ein Krippenspiel der Franziskushausbuben, dessen Erlös der Grundstock für die geplante große Krippenausstellung werden sollte. Erstmals wurden dann bei der Austellung 1956, die vom geistlichen Beirat H. H. Stiftsdekan Dr. Friedrich Leeb eröffnet wurde, die glasgeschützten Einzelkabinen für jede Krippe aufgebaut.

"Der Lohn war unverkennbar, denn die Presse wie die einzelnen Besucher äußerten sich durchaus anerkennend. Krippenliebe und Opfergeist sind im bayerischen Gnadenort längst zu guter Tradition geworden", steht im "Krippenfreund" vom März 1957. Obmann war zu dieser Zeit immer noch Alois Meilhammer, Kassier Anton Bauer.

Als Nachfolger von Alois Meilhammer wurde Heinrich Haug Ortsobmann, Anton Bauer Schriftführer.

1968 legte Heinrich Haug das Amt wegen Arbeitsüberlastung nieder, und Anton Bauer wurde Ortsobmann. Max Ramersberger war bereits Kassier und Betreuer der Vereinskrippe in St. Michael.

Anläßlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums 1969 fand wieder eine große Krippenausstellung im Kongregationssaal statt.

1974 bauten die Altöttinger Krippenfreunde für nur eine Woche wieder eine Krippenschau auf, die trotz schlechter Witterung und Sonntagsfahrverbot guten Besuch erfuhr.

Sein 60-jähriges Bestehen feierte der Ortsverein 1979 mit einem "Krippenhoagart" im Gasthaus Scharnagl. Festredner war der Vorsitzende der Bayerischen Krippenfreunde, Oberstudiendirektor Erich Lidel. Vorstand war Anton Bauer, Schriftführer Peter Schmidlkofer, Kassier Max Ramersberger. 58 Vereinmitglieder bezogen bereits den "Bayerischen Krippenfreund". Natürlich fand auch wieder eine Krippenausstellung statt.

Besondere Schwierigkeiten gab es beim Aufbau der Ausstellung 1984 zu überwinden. Der Kongregationssaal war neu renoviert, und es durfte ja nichts beschädigt werden.

Am 9. März 1985 ging eine Epoche des Ortsvereins der Krippenfreunde zu Ende. Anton Bauer trat nach 24 Jahren als Ortsobmann zurück - aus gesundheitlichen Gründen. Sein Nachfolger wurde Peter Schmidlkofer, der bisherige Schriftführer.

Peter Schmidlkofer

Seit dem 14. 4.1986 sind die Altöttinger Krippenfreunde ein ins Vereinsregister eingetragener Verein. Dies ist vor allem ein Verdienst des Vorstandes Peter Schmidlkofer. Im Dezember 1987 fand im Kongregationssaal wieder eine Krippenausstellung statt.

Anläßlich des 70-jährigen Bestehens der Krippenfreunde Altötting e.V. 1989 wurde eine Vereinsnadel angeschafft. Natürlich wurde auch eine große Jubiläumskrippenschau aufgestellt. Die "Lebensgroße Krippendarstellung", entworfen und gemalt vom Altöttinger Kirchenmaler Sebastian Brandstetter, schenkte sich der Verein zum Jubiläum.

Der Höhepunkt des Vereinsjahres 1990 war sicher die Fahrt nach Assisi und Greccio - hervorragend organisiert von Peter Schmidlkofer, geistlich betreut von Pater Cosmas Wührer.

1991 wurde Karl Hermann 1. Vorstand, Peter Schmidlkofer sein Stellvertreter.

Karl Hermann

In der Fastenzeit 1992 zeigten die Krippenfreunde in einer nach dem Evangelisten Lukas aufgebauten Ausstellung die Leiden und die Verherrlichung Jesu Christi. Ein zweites Mal fuhren die Krippenfreunde 1992 nach Assisi.

Erstmals 1993 führten die Krippenfreunde zum Christkönigsfest einen Weihnachtsbasar mit großem Erfolg durch, bei dem selbstgebastelte Krippenställe, Krippenzubehör und und Weihnachtsschmuck verkauft wurden.

Im Jahre 1994 feierten die Krippenfreunde ihr 75-jähriges Bestehen mit der Weihe einer Vereinsfahne und der Durchführung der Landestagung der Bayerischen Krippenfreunde, sowie einem vereinsinternen Festakt.

Am 19. Okt. 1996 fand die 65. Landestagung in Furth im Wald statt.

Am 21. Nov. 1997 fand die 66. Landestagung in Klüsserath statt.

1997 wurde ein neues Büchlein für die Herbergskästchen die alle Jahre seit der Gründung des Vereins in der Adventszeit von Familie zu Familie getragen wird entworfen.

Vom 20. Sep. - 12. Okt. wurde eine Jahreskrippenausstellung der Altöttinger Krippenfreunde e.V. im Romanischen Portal organisiert, die sehr große Resonanz fand.

Zum 100. Stadtjubiläum ist von den Altöttinger Krippenfreunden e. V. eine große Stadtkrippe gebaut worden die in der Weihnachtszeit im Rathaus zu sehen ist.

Zur 2. Internationalen Wallfahrt der Krippenfreunde 1998 wurde eine große Krippenausstellung mit Festabend organisiert und die 67. Landestagung fand statt.

Am 14.Nov. 1999 fand die 68. Landestagung in Bamberg statt.

Anlässlich des 80. Geburtstages der Altöttinger Krippenfreunde e.V. am 18.Dez. 1999 gab es einen Fackelzug über den Kapellplatz.

Ein Weihnachtsbasar fand am 26.Nov. 2000 vor der Kirche St. Magdalena statt, für den es mehrere gemeinsame Bastelstunden im Vereinsraum gab.

Am 17.Nov. 2001 fand die 70. Landestagung in Traunstein statt.

Vom 01.Dez. - 16.Dez. 2001 gab es wieder eine große Krippenausstellung.

2002 wurden zwei neue leichtere Herbergskästchen angefertigt.

Am 16.Nov. - 17.Nov. 2002 fand die 71. Landestagung in Straubing statt.

Am 15.Nov. 2003 fand die 72. Landestagung in Regenstauf statt.

Vom 05. Dez. - 14. Dez. 2003 wurde eine Papierkrippenausstellung im Rathaus aufgebaut.

Am 18.Dez. 2004 wurde das 85. jährige Jubiläum mit Festgottesdienst und Adventsfeier abgehalten.

Im März 2006 traten Karl Hermann und Peter Schmidlkofer von ihren Ämtern zurück. Ihre Nachfolger wurden 1. Vorstand Thomas Kowatschewitsch (bis 2009) und 2. Vorstand Ingrid Underberg.

 

Anfang 2007 passten sich die Krippenfreunde den modernen Medien an und präsentierten sich erstmals mit einer eigenen Homepage im Internet. Weltweit konnte man sich ab jetzt durch die Domäne "WWW.KRIPPENFREUNDE-AOE.DE" über den Verein und sein Leben informieren.

Seit März 2009 führt Angelika Schlederer die Geschicke des Vereins.

 

Zum 90jährigen Vereinsjubiläum der Altöttinger Krippenfreunde e.V. fand ein Festgottesdienst mit Festakt und großer Krippenausstellung statt. Sie dauerte vom27. November bis 20. Dezember 2009 und wurde überaus gut angenommen. Mehr als 10.000 Besucher fanden den Weg in den Kongregfationssaal.

In den vorangegangenen Zeilen konnte nur ein grober Überblick über Entwicklng und Aktivitäten des fast 90-jährigen Vereins gegeben werden. So blieben die vielen Krippenbaukurse, die Fahrten (vor allem nach Tirol zum Krippenschauen), Treffen mit befreundeten Vereinen oder auch die Herbergssuchen unerwähnt.