Der Kongregationssaal

1696, zur Zeit der Jesuiten, wurde auf einem bereits bestehenden Gebäude der jetzige Kongregationssaal errichtet. Michael Wenings Kupferstich von 1702 zeigt die ursprüngliche Stuckatur der Fassade, die 1868 bei einer Renovation abgeschlagen wurde. Das Innere des Saales hat mehrere Veränderungen erfahren. 1870/71 hat man unter den Redemptoristen den Saal um die große Hohlkehle erhöht, weil die darüber liegende Bibliothek nicht mehr ge­nutzt wurde. Damals entstand auch das große Deckengemälde von Franz Xaver Zimmer aus Wurmannsquick, das die Himmelfahrt Mariens darstellt.

Der Zyklus der Rundgemälde über das Leben des heiligen Joseph stammt von dem Münchner Maler Karl Dehm und wurde dem ursprünglichen Josephsbild, das über dem Eingang angebracht ist, hinzugefügt. Der Saal wurde „Josephisaal“ genannt, weil der Bräutigam Mariens auch der Patron der Sodalen ist. Als die Kapuziner 1874 in St. Magdalena eingezogen waren, bekam die Stiege ein Treppenhaus.

1917 wurde der Saal farblich neu gestaltet. Die Hohlkehle und die Dekorationsmalerei an der Decke wurden von Vitzthum & Schlee (Altötting) neu gemalt. Auch die Bilder der Heiligen Franz von Assisi und Ignatius von Loyola sind damals entstanden. Ebenfalls wurde eine Altar­nische gebaut und der barocke Hochaltar aus Gold und Silber aufgestellt, der im 18. Jahrhundert von Augsburger Goldschmieden gearbeitet worden war. Das Gemälde über dem Altar, eine Verkündigung, entstand gleichfalls 1917.

Bei der letzten Renovierung 1983/84 kamen die rechteckigen Bilder wieder zur Geltung, die vielleicht von Innozenz Waräthi (Burghausen) um 1730 gemalt worden waren; in Peter Beckers Kirchenführer wird auch Joseph Paur als Schöpfer des Zyklus erwogen. Die Bilder mussten auf neue Leinwand aufgezogen und gründlich restau­riert werden, das achte Bild, das verlorengegangen war, wurde durch das Pater-Rupert-Mayer-Bild ersetzt, eine Arbeit des Altöttinger Kirchenmalers und Restaurators Sebastian Brandstetter.

Die Gemälde stellen christlich-marianische Lebenswerte dar, beleuchtet an Beispielen aus dem Leben und der Geschichte der Kirche. Marianische Arbeit (neben der Eingangstür): P. Paschalis bei seiner Herde betend, wird öfters von Maria besucht. Marianische Hoffnung: Jesus erbarmt sich Maria zuliebe eines armen Soldaten. Marianische Hilfe: Dem tapferen Verfechter der Ehre Mariens, dem heiligen Johannes Damaszenus, wird die abgehackte Hand ergänzt. Marianische Liebe: Kurfürst Maximilian I. von Bayern schenkt sein Herz Maria zu Altötting. Marianischer Eifer: Casimir, königlicher Prinz von Polen, liebt Maria bis ins Grab. Marianischer Trost: Maria beschützt Johann Heinrich von Heyden, ihren Sodalen, bei seinem Tod vor den Dämonen. Marianische Andacht: Claudius Bernardus (Claude Bernard), Priester in Paris, erlangt alles von Maria durch sein Gebet. Marianische Treue: Pater Rupert Mayer SJ, am 3. Mai 1987 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

-Foto: Marianische Männerkongregation 

 
 
 
 
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